
Am 08. November 2025 verstarb der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des Stammbuches für Kaltblutpferde Niedersachsen e.V., Klaus zum Berge aus Bad Fallingbostel, kurz vor Vollendung seines 75. Lebensjahres.
Mit Klaus zum Berge verliert die niedersächsische Tierzucht eine Persönlichkeit, die für die Kaltblutzucht und über die Landesgrenzen hinaus prägend war. Die Liebe zu den Pferden und die züchterische Passion waren Klaus zum Berge in die Wiege gelegt und sollten einen maßgeblichen Teil seines Lebens bestimmen.
Insofern war es nicht verwunderlich, dass er versuchte die Liebe und Freude am Umgang mit Pferden gewinnbringend in seinen Betrieb zu integrieren. Als Ende 1981 die ersten Schleswiger-Stuten als Gespann auf den Hof kamen, startete eine züchterische Erfolgsgeschichte, welche ihn landes- und bundesweit zu einem der erfolgreichsten deutschen Kaltblutzüchter machten. Insgesamt ein DLG- und zwei Bundessiegertitel mit den Hengsten Varus (1986 und 1989) und Munkedal (2001); zwei Bundessiegerstuten (Nora 1993 und Ria 2001), zwei Bundesreservesiegerhengste (Marschall: 1993; Major: 2005) und Stuten (Rune 1993 und Rebecca 2001) sowie zahlreiche Landestitel zeugen von den überragenden züchterischen Leistungen. Alle Siegerpferde wurden selbstverständlich im Planwagenbetrieb eingesetzt. Die Verbindung von Zucht und Nutzung im eigenen Betrieb war das Erfolgsrezept dieser Entwicklung. Und Klaus zum Berge fasste dies mit dem Satz zusammen: „Wir arbeiten mit Zuchtpferden und züchten mit Arbeitspferden“. Ab dem Jahre 2010 legte Klaus zum Berge die Kaltlbutzucht in jüngere Hände und seine Schleswiger Zucht ging im Hannoverschen Kaltblut auf. Zusätzlich kamen rheinisch deutsche Kaltblutpferde auf den Hof.
Auch auf ehrenamtlicher Ebene lässt sich für ihn eine beeindruckende Bilanz vorweisen. Von 1983 bis 2002 war er Vorsitzender des Stammbuches für Kaltblutpferde Niedersachsen. In diesen 19 Jahren prägte er wie kaum ein anderer die Kaltblutzucht im Lande und bewahrte sie vor dem drohenden Niedergang. Engagement, Durchsetzungsfähigkeit und Neues wagen und das Ganze gepaart mit der Bodenständigkeit aber auch den „Ecken und Kanten eines Heidjers“ machten den Erfolg als Vorsitzender aus. Die im Jahre 1983 beschlossene Satzungsänderung, die zuließ, dass neben dem Rheinisch-Deutschen Kaltblut auch andere Rassen züchterisch betreut werden konnten, ging maßgeblich auf seine Initiative zurück. Ein Beschluss der damals bundesweit richtungsweisend war.
Aufgrund seiner züchterischen Erfolge und der großen Verdienste für die niedersächsische Kaltlbutzucht wurde er im Jahre 2008 mit dem „Niedersächsischen Staatsehrenpreis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Tierzucht“ ausgezeichnet
Bis zuletzt nahm er noch regen Anteil am Zuchtgeschehen des Stammbuches. Seine Verdienste um die niedersächsische Kaltblutzucht bleiben unvergessen und Niedersachsens Kaltblutzüchter werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Kerstin und seiner Familie
Dr. Uwe Clar
Vorsitzender, Stammbuch für Kaltblutpferde Niedersachsen e.V.