Über uns

Historie

Was 1899 im Raum Braunschweig mit der Gründung des ersten Kaltblutpferdezuchtvereins begann, durchlebte in der Vergangenheit Höhen und Tiefen. Vor etwa 60 Jahren gab es über 10.000 eingetragene Kaltblutstuten in Niedersachsen, doch mit zunehmender Technisierung der Landwirtschaft verloren die „starken Pferde“ mehr und mehr an Bedeutung. Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stand die Kaltblutzucht im Lande fast vor dem endgültigen Aus.

Dem Idealismus und dem Traditionsbewußtsein einiger weniger Züchter ist es zu verdanken, dass die Kaltblutzucht wieder einen Aufschwung erlebte und auch heute im Stammbuch für Kaltblutpferde Niedersachsen e.V. ihre züchterische Plattform hat.

Im Jahre 1999 konnte bei einem Bestand von etwa 200 eingetragenen Zuchtstuten das 100-jährige Bestehen mit einer zentralen Stutenschau in Uelzen begangen werden. Dieser Aufschwung war nur möglich durch das Öffnen der Zuchtbuchordnung für alle Kaltblutrassen.

Wurde früher ausschließlich die Rasse Rheinisch-Deutsches Kaltblut gezüchtet, erfreuen sich heutzutage auch das Schleswiger und das Süddeutsche Kaltblut sowie der Schwarzwälder Fuchs und der Freiberger aus der Schweiz bei den Kaltblutzüchtern in Niedersachsen größter Beliebtheit und tragen ebenfalls die Wolfsangel im Rhombus, das niedersächsische Brandzeichen für Kaltblutpferde. Auch die Eintragung ausländischer Kaltblutrassen ist möglich.

Ihren vorläufigen Höhepunkt fand die Entwicklung im Jahre 2005, wo aufgrund der Zusammenlegung des Verbandes Hessischer Pferdezüchter mit dem Verband Hannoverscher Warmblutzüchter sich auch Teile der hessischen Kaltblutzüchterschaft durch Gründung des Kaltblutzuchtvereins Hessen dem Stammbuch für Kaltblutpferde anschlossen. Das Zuchtgebiet erstreckt sich nunmehr auf die Bundesländer Niedersachsen, Hessen sowie die Hansestädte Hamburg und Bremen.

Das Stammbuch für Kaltblutpferde Niedersachsen e.V. ist der bundesweit einzige eigenständige Zuchtverband, der ausschließlich Kaltblutpferde betreut. Derzeit sind etwa 220 Stuten von 7 verschiedenen Rassen in den Zuchtbüchern eingetragen. Trotz der zahlenmäßig eher kleinen Stutenbestände bei den einzelnen Rassen haben die „liebenswerten Dicken“ unseres Zuchtgebietes auf Bundesebene schon so manche Siegerschleife mit nach Hause genommen.

Aus dem „Arbeitspferd“ ist heute ein beliebter Freizeitpartner und Sympathieträger geworden.

Aufgrund ihres guten Charakters und ihres ausgeglichenen Temperaments gehen Kaltblutpferde unter dem Sattel oder vor der Kutsche mit jedem durch Dick und Dünn. Im Wald und auf einigen landwirtschaftlichen Betrieben werden sie teilweise heute noch bzw. wieder zur Arbeit verwendet. Auch vor dem Planwagen erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit. Gerade diese vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten sichern den vom Aussterben bedrohten Kaltblutrassen auch in Niedersachsen ihren Fortbestand.