In Memoriam
Heinrich August „Heiner“ Marwedel
04.03.1942 – 08.09.2026

Am 08. September 2026 verstarb unser langjähriger Züchter und ehemaliges Vorstandsmitglied des Stammbuches für Kaltblutpferde Niedersachsen e.V., Heiner Marwedel aus Bockelskamp, im Alter von 84 Jahren.
Heiner Marwedel wuchs auf dem elterlichen Hof in Bockelskamp bei Celle auf und entwickelte schon früh die Liebe zu den Tieren und der Tierzucht. Dass es seinen Tieren gut geht, war für ihn ein wichtiges Bestreben! Neben Kühen und Schweinen waren jedoch später die Kaltblutpferde seine große Leidenschaft, die er auch in seinem inzwischen im Nebenerwerb geführten Betrieb für landwirtschaftliche Arbeiten nutzte, als kaum noch jemand an eine Zukunft der Arbeits- bzw. Kaltblutpferde glaubte. Seine Stuten nutzte er neben der Arbeit auch zur Zucht. Dadurch wurde Heiner Marwedel mit einigen wenigen Kaltblutliebhabern in den 1970er Jahren zu einem Pionier für die sich später neuformierende Kaltblutzucht in Niedersachsen. Folgerichtig war dann auch sein Eintritt in das Stammbuch für Kaltblutpferde Niedersachsen e.V. im Jahre 1978, wo er einer der damals ganz wenigen aktiven Züchter war.
In seiner über 30jährigen aktiven Zeit als Züchter hatte Heiner Marwedel insgesamt 24 Fohlen gezogen. Anfangs hatte er es schwer, reinrassige Rheinisch-deutsche Kaltblüter zu züchten, weil kaum Hengste verfügbar waren. Daher nutzte er in seinen frühen Jahren auch den Schleswiger Hengst Wächter für seine rheinisch-deutsche Stute Birke. Eine der Wächter-Töchter, die StPrSt. Galotta, paarte Heiner Marwedel dann mit dem damals in Niedersachsen prägenden Original-Belgier Hengst Avant an und landete mit der 1980 geborenen späteren Elitestute Gundula einen „züchterischen Volltreffer“. Gundula wurde nicht nur Stammstute im Zuchtbetrieb Marwedel, sondern nahm über ihre Tochter, die StPrSt. Grevia von Enorm I, erheblichen Einfluss auf die rheinisch deutsche Kaltblutzucht. Durch deren Sohn Heron von Hoppeditz, der Vater dem späteren Bundessieger Heider I und dessen Vollbruder Heidjer II, wurde sie Mitbegründerin einer deutschlandweit bedeutenden Hengstlinie.
Um die rheinisch deutsche Kaltblutzucht weiterzuentwickeln, sorgte Heiner Marwedel auch für gute Hengste in der Region. Von 1986 bis 1991 stand bei ihm der Original-Belgier Romeo d’Hargi v. Cognac de Behoute/Dragon D. Jemeppe auf Station. Von 1992 bis 1998 war Enorm I v. Enzian 3577/Veto 3563 bei ihm in Bockelskamp im Deckeinsatz. Gerade Enorm I übte nachhaltig einen positiven Einfluss auf die rheinisch deutsche Stutengrundlage in Niedersachsen aus.
Heiner Marwedel engagierte sich auch im Verbandsgeschehen. Er war seit Anfang der 1980er Jahre bis 1999 auch als Beisitzer im Vorstand des Stammbuches. Seine ruhige und bescheidene Art machte Heiner Marwedel im Verband zu einem geschätzten Züchterkollegen.
Wir niedersächsischen Kaltblutzüchter danken ihm für seine Verdienste um die Wiederbelebung der Kaltblutzucht und werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Tochter Gesche mit Familie.
In stillem Gedenken
Dr. Uwe Clar
Vorsitzender, Stammbuch für Kaltblutpferde Niedersachsen e.V.