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Hinweise für Teilnehmer an der Leistungsprüfung

Ziehen der Schwachholzstange

Beschreibung

Allgemeines:
• Im Vorfeld nicht nur auf dem eigenen Platz in vertrauter Umgebung üben, sondern vorher andere Pferde, andere Umgebungen erleben (besonders bei Hengsten wichtig).
• Die Prüfung findet auf Grasboden statt, also dementsprechende Bodenverhältnisse zum Üben wählen.
• (Zucht)Ziel: ein ruhiges, umgängliches, artiges Pferd (welches auch positiv und gelassen auf eventuelle Fehler des Fahrers reagiert). Es geht ja hier nur um die Vorbereitung auf die Leistungsprüfung und darum, was wir erreichen und üben müssen, um die ZLP zu bestehen.
• Geschmeidigkeit und ein in sich ruhendes, ausgeglichenes Pferd werden hoch bewertet. Das Pferd muss „elastisch“ sein, Pferd in sich arbeiten lassen.
• Die Leine beim Schwachholz / Zugschlitten kann auch eine Longe sein (z.B. eine Doppellonge, breit und flach), es muss nicht die Fahrleine sein, diese ist evtl. auch zu kurz.
• Bei allem Üben: das Pferd soll die Freude behalten, nicht durch Überforderung „sauer kochen“.

Anspannen:
• Das Interieur (dazu zählt u. a. auch das Verhalten beim Anspannen) geht mit 35% in die Leistungsbewertung ein.
• Grundsätzlich gilt: Derjenige, der fährt, spannt auch alleine an. Ein Helfer steht am Kopf vor dem Pferd( ist vorgeschrieben), fasst es jedoch nicht an. Generell gilt: muss der Helfer eingreifen, schlägt sich das in der Bewertung nieder. Andererseits aber: besser der Helfer hält das Pferd locker fest und es steht ruhig, als dass der Fahrer es alleine versucht und das Pferd unruhig ist!
• Ist ein dritter Helfer beim Anspannen dabei, findet sich das in Abzügen bei der Bewertung wieder. Grundsätzlich gilt: Sicherheit geht vor!
• Wenn ich alleine anspanne, ist ein Ausbalancieren des Pferdes erlaubt, auch ein entlasteter Fuß („dösen“); dieses deutet auf ein ausgeglichenes Interieur des Pferdes.
• Die Ruhe (auch des Fahrers) ist entscheidend! Auch: Ist das Pferd beim Fahrer? Reagiert das Pferd, wenn der Fahrer etwas sagt? (Ein ruhiges Pferd deutet auf die „Eignung als Fahrpferd zum sofortigen Gebrauch“)
• Das Fahrgeschirr muss passen! Es ist auch eine passende Trense zu wählen, die dem Pferd vertraut ist. Bei Bedarf Fachleute zu Rate ziehen, die sich auskennen! Der Fahrzaum ist eher schwer, deshalb: unter den Kehlriemen muss ich eine flache Hand unterschieben können.
• Hinweis: Das Brustblatt ist selten zu hoch geschnallt, in der Regel sitzt es eher zu tief. Der korrekte Sitz: zwei Finger breit über der Bugspitze (wo der Knochen hervor steht).
• Das Pferd kann in allen drei Prüfungen mit oder ohne Blend-(Scheu)klappen gefahren werden.
• Schlagriemen ist Pflicht! (So kurz, dass das Pferd nicht schlagen kann und so lang, dass es nicht gestört wird)


Fahren:
• Ich kann meinen eigenen Wagen mitbringen, dies hat auch den Vorteil, dass ich vorher schon alles passend einstellen kann und der Wagen dem Pferd vertraut ist.
• Fahren von Punkt zu Punkt, gerade Linien gehen und weit genug an die Kegel heran fahren. Für diesen ganzen Themenblock gilt grundsätzlich:
Die Bahnfiguren müssen schon ordentlich und genau gefahren werden, wobei aber unbedingt vermieden werden soll das Pferd z.B. in die Ecken zu „ziehen“, vielleicht sogar in Außenstellung!
• Wenn der Fahrer immer wieder von der Linie abweicht, gibt es für das Pferd Punktabzug.
• „Runde Ecken“ sind erlaubt.
• „Fleiß“ heißt: gleichmäßige Fußfolge, Takt – nicht „schnell“.
• Wenn das Pferd den Hals fallen lässt, ist das ein Zeichen dafür, dass das Pferd über den Rücken zieht. Mehr Dehnungshaltung fahren wollen / 90% in Dehnung fahren.
• Längsbiegung, um das Pferd insgesamt geschmeidig zu bekommen.
• Im Schritt ist ein klarer Viertakt mit Übertritt erwünscht.
• Wertung: ruhiger klarer Takt > genügend Fleiß / ruhiger klarer Takt mit Übertritt > guter Fleiß.
• Die Peitsche ist okay, wenn ich das Pferd damit positiv beeinflusse. Wenn ich das Pferd „anticke“ und es kommt aus dem Takt > lieber sein lassen. Der Fleiß darf nicht zu Lasten des klaren Taktes, sowohl im Trab, als auch ganz besonders im Schritt, gefordert werden. Wie weit man das Pferd auffordern kann, fleißiger zu werden sollte man unbedingt in der Vorbereitungszeit austesten.
• Kann das Pferd in der Fahrprüfung von einem anderen Fahrer als beim Langholz und Zugschlitten gefahren werden? Fr. Struck klärt dieses noch.
• Fahren nach „Achenbach“ ist nicht erforderlich.


Schwachholzziehen:
• Besondere Obacht: behindert der Fahrer das Pferd? Abrupte Bewegungen im Pferdemaul vermeiden!
• Das Pferd soll den Hals fallen lassen, „innere“ Ruhe und Gelassenheit zeigen.
• Bei Unruhe des Pferdes leidet natürlich die Note „Schritt“ (> kein Takt)
• Die Vorwärtsbewegung soll erhalten bleiben, selbst wenn das Pferd seitwärts geht. > Pferd bleibt im Zug.
• Nicht nach unten / hinten schauen, dann verliere ich die Orientierung.
• Bis über die Mitte des Holzes weg die Richtung halten, dann erst biegen.
• Wenn die Länge der Stange nicht passt, gibt es natürlich Abzüge.
• Wenn das Pferd tippelt, zackelt und der Fahrer die Ruhe behält, kommt er immer noch mit einer guten Note weg.
• Es geht in dieser Prüfung nicht nach Zeit.


Schwerer Zug / Schlitten:
• Bewertet wird auch: schreitet das Pferd oder läuft es gegen die Bewegung.
• Ein Nicken des Kopfes unter Last ist ausdrücklich gewünscht! Hals fallen lassen und pendeln; das Pferd geht sicher im Takt, ohne eilig zu werden, zeigt seht viel Vortritt.
• Beim Halten: im Zug stehen lassen, d.h. die Stränge dürfen nicht durchhängen.
• Die Peitsche muss mitgeführt werden, darf aber nicht benutzt werden (Bundeseinheitliche Regelung).
• Ein Zeichen dafür, dass das Pferd noch nicht richtig ausbalanciert ist, ist z.B. wenn das Hinterbein neben die Spur der Vorderhufe huft. Dadurch zeigt sich die natürliche Schiefe des Pferdes, resultierend aus der Lage im Mutterleib. Ist aber für die Bewertung in der ZLP nicht relevant, zeigt nur dem Ausbilder, wie weit sein Tier schon ist.

• Zum Üben: lieber eine längere Distanz mit etwas weniger Gewicht üben, als eine kürzere Strecke mit mehr Gewicht. Scheitern tut es letztendlich eher daran, dass dem Pferd über die Distanz die Ausdauer fehlt, ein paar Kilo mehr sind leichter zu bewältigen.


Britta Elfers-Meyhoff, ergänzt durch Karin Kahrs

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